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Spiel dich schlau! Warum sich Video- und Computerspiele positiv auf unser Gehirn auswirken

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Sie begeistern, machen Spaß und haben sich fest in unserem Alltag etabliert: Video- und Computerspiele sind ein wahres Massenphänomen und zählen zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen vieler junger Menschen. Umso mehr dürften sich Fans aus aller Welt darüber freuen, dass die Spiele deutlich besser sind als ihr Ruf – und sogar schlau machen. Denn abenteuerliche Schlachten und das Eintauchen in spannende Rollen und Charaktere halten nicht nur das Köpfchen ganz schön auf Trab, sie stärken auch die motorischen Fähigkeiten und sozialen Kompetenzen, berichtet „Die Welt“.

Beim Entdecken neuer Welten arbeitet nämlich, ähnlich wie bei einem Schachspiel, vor allem der präfrontale Cortex. Das ist der Teil unseres Gehirns, der für die Kontrollfunktion unserer Denkprozesse verantwortlich ist. Dieser Hirnteil ermöglicht es uns, Handeln bewusst zu steuern. Je mehr wir den präfrontalen Cortex trainieren, desto besser haben wir unsere Handlungen und emotionalen Prozesse unter Kontrolle.

Was während des Spiels im Gehirn passiert

Spielen bewirkt daher auch, dass wir mehr Selbstdisziplin erlangen. Selbstdisziplin? Richtig gelesen, denn durch strategische Spiele trainiert unser präfrontaler Cortex den Belohnungsaufschub. Das kann man sich in etwa so vorstellen: Beim Schach macht es manchmal wenig Sinn, eine gegnerische Figur zu schlagen, nur weil man es könnte und gerade gerne tun würde. Denn wenn der Gegner anschließend für die nächsten Züge vorne liegt, hat man wenig gewonnen. Deshalb ist es klüger, zunächst auf ein kurzes Erfolgserlebnis zu verzichten – seine Belohnung also aufzuschieben – und sich stattdessen einen strategischen Vorteil zu verschaffen.

Mit dieser Art der Selbstdisziplin gelangt man häufig leichter zum Ziel. Das gilt auch für Computer- und Videospiele, denn den Weg durch das virtuelle Schlachtfeld meistert man mit einer klugen Strategie oftmals besser als mit einer wilden Schießerei. Zudem ist bekannt, dass Kinder, die den Belohnungsaufschub nicht beherrschen, auch als Erwachsene Probleme mit ihrer Selbstkontrolle haben. Daher ist es sinnvoll, dieses Verhalten frühzeitig zu erlernen. Das gelingt neben der richtigen Erziehung vor allem mit kommerziellen Spielen, weil sie Spaß machen und daher besonders motivieren.

Spielend lernen fällt viel leichter

Hinter dem Bildschirm oder der Konsole kann unser Gehirn aber noch viel mehr lernen. Zum Beispiel werden Reaktionsgeschwindigkeit und Aufmerksamkeit trainiert und motorische Fähigkeiten verbessert. Dies lässt sich hin und wieder sogar vom Spiel in die Realität übertragen. Weil dem Spieler oftmals Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Selbstdisziplin gleichzeitig abverlangt werden, trainiert er außerdem seine Multitasking-Fähigkeit.

Wie „Die Welt“ berichtet, ist es jedoch nicht unbedingt sinnvoll, dasselbe Spiel immer und immer wieder zu spielen bis man unschlagbarer Experte ist. Denn sobald eine Automatisierung im Gehirn stattfindet, hat der präfrontale Kortex kein Mitspracherecht mehr. Darum sollte man das Lieblingsspiel hin und wieder wechseln, andere Strategien ausprobieren und neue Belohnungen aufschieben.

Gutes Sozialverhalten dank gleicher Spielregeln

Abgesehen von geistigen Konzentrationsfähigkeiten fördern Computerspiele auch soziale Kompetenzen. Zum Beispiel stärken sie das Empfinden für Empathie und für Gleichstellung. Denn an der Konsole gelten für alle Spieler, egal ob alt, jung, dick, dünn, arm oder reich, die gleichen Regeln.

Spielend neue Welten zu entdecken macht also nicht nur Spaß, sondern wirkt sich auch positiv auf unser Gehirn aus. Denn nur mit viel Strategie, Engagement, Ausdauer und einer kleinen Portion Glück steigen die Gewinnchancen. Und sollte es mal nicht klappen, so lernen wir zumindest, was es heißt, ein guter Verlierer zu sein. In diesem Sinne: Ran an die Konsole, spiel dich schlau!

Quelle: Welt