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Meet the Industry: Zeitreise durch die Geschichte der Videospiele

Jedes Jahr werden in der Spielebranche mit enormer Innovationskraft die Grenzen der Hard- und Software aufs Neue ausgelotet. Die Branche ist zu einer der bedeutendsten im Unterhaltungssektor herangewachsen. Im vergangenen Jahr wurden alleine in Deutschland mit Computerspielen 2,65 Milliarden Euro umgesetzt. Zum Vergleich: Die Musikindustrie kam 2013 auf 1,12 Milliarden Euro. Auf der gamescom, dem weltweit größten Messe- und Eventhighlight für interaktive Spiele, werden entsprechend jedes Jahr die Neuheiten der Branche präsentiert.

Doch zwischen der State of the Art-Technologie hat in Halle 10.2 ein Format seinen Platz gefunden, das auch ganz ohne Lichteffekte und Showeinlagen begeistert: die Sonderschau Retro Gaming. Auf 1.300 Quadratmetern zeigten auch dieses Jahr wieder zahlreiche Vereine, Retroprojekte und private Sammler die Geschichte des Computerspiels. Dutzende von Spielkonsolen, Heimcomputern, Handhelds und Automaten aus vier Jahrzehnten waren dort zu sehen. Im Zentrum standen Klassiker wie Commodore 64, Amiga und Atari 2600, für die noch heute Spiele entstehen. Hieran anknüpfen wollen wir eine kleine Zeitreise durch die Geschichte der Videospiele.

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Vor über 50 Jahren entwickelte Steve Russell, damals noch Student, das erste Computerspiel. Allerdings war das Zwei-Spieler-Spiel Spacewar! kein Kassenschlager, wie man aus heutiger Sicht annehmen würde. Es lief ausschließlich auf Universitätsrechnern, weshalb nur wenige das gegnerische Raumschiff im All jagten und gleichzeitig versuchten, nicht in die Sonne zu stürzen. In den 1980ern teilt sich der Markt dann in Konsolen- und in Computerhersteller. Die Konsolenhersteller läuteten mit der Jahrtausendwende das Zeitalter der Handhelds ein und der Game Boy zog die Aufmerksamkeit auf sich. Aber auch sie rückten in den letzten Jahren in den Schatten des Mobile Gaming: Es entstanden zahlreiche Mini-Spiele für Smartphones und Tablet-PCs.

Der Durchbruch der Videospiele kam nicht mit Spacewar!, sondern etwa 10 Jahre später mit dem legendären Spiel Pong. Die Originalversion des Tischtennis-ähnlichen Spiels ist offiziell erst ab 18 Jahren freigegeben, da sie im Gegensatz zu ihren Nachfolgeversionen nie von der USK geprüft wurde. In den 90er Jahren revolutionierte 3D die Spielebranche und die Grafik von Pong war endgültig Geschichte. Die Spiele haben sich seitdem stark weiterentwickelt und obwohl man auf jeder gamescom denkt, dass es nicht realistischer werden kann, überbieten sich die Spielehersteller Jahr für Jahr. Die Zukunft heißt hier Virtual Reality – mehr dazu könnt ich in unserem Blogbeitrag Wirklich oder virtuell? In der Virtual Reality verschwimmen die Grenzen lesen.

Es haben sich noch zwei weitere Abzweigungen in der Spielentwicklung gezeigt: Zum einen kam mehr Bewegung ins Spiel. Singstar und Just Dance bringen heute die ganze Familie ins Schwitzen. Zum anderen hat der gesamte Online-Spielbereich in den letzten Jahren einen enormen Zulauf erfahren und ermöglicht, dass wir von überall auf der Welt miteinander und gegeneinander spielen können. Die inhaltlich und grafisch einfachen Spielen von damals wurden mit der Zeit immer komplexer. Anfangs steuerten wir eckige Raumschiffe, dann realistische Avatare, heute sind wir selbst mitten im Spiel und die gamescom beweist jedes Jahr: Die Entwicklung der Spiele ist noch längst nicht abgeschlossen.

Mehr über die Geschichte der Videospiele könnt ihr auf der Website vom Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware nachlesen.