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Wie man spielt, nicht was man spielt

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Abenteuerspiele, wie sie jeder aus Schulzeiten kennt, stärken das Selbstvertrauen, den Mut sowie die Fähigkeit miteinander zu kommunizieren, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Die prosoziale Wirkung gilt in der Pädagogik als unumstritten. Aber lässt sich dieser Effekt auch auf die immer realer werdenden Konsolen- und Online-Spiele übertragen, wenn wir sie im kooperativen Modus spielen?

Lange Zeit herrschte die Meinung, dass Videospiele in uns ein aggressives Verhalten hervorrufen und uns dick, dumm und einsam machen. Inzwischen mehren sich jedoch Studien, die zeigen, dass Koop-Spiele durchaus positive Effekte haben können. In diesen Spielen verfolgen die Spieler ein gemeinsames Ziel, arbeiten zusammen und der eigene Triumph ist vom Erfolg der anderen abhängig.

An der Ohio State University wurde diese Wirkung untersucht, indem Probanden Spiele wie Halo 2 und Call of Duty entweder im kooperativen oder kompetitiven Modus spielten. Anschließend beschäftigten sie sich mit einem Spiel aus den Verhaltenswissenschaften, bei dem Kooperation zum besten Ergebnis führt. Es zeigte sich, dass diejenigen, die zuvor kooperativ gespielt hatten, auch bei diesem Spiel verstärkt gemeinsam vorgingen. Daraus schlossen die Wissenschaftler, dass nicht der Inhalt eines Spiels entscheidend für die Wirkung ist, sondern die Art, wie gespielt wird.

Ähnliche Untersuchungen gab es auch an der Universität Innsbruck, begleitet vom Wissenschaftsfonds FWF. In einer Studie unterschieden sie zunächst zwischen kooperativen und wettbewerbsorientierten Spielertypen und beobachteten diese über einen längeren Zeitraum, um die Denk- und Gefühlsweisen genau zu erfassen. In einem Experiment ließen sie Probanden genau wie an der Ohio State University Spiele in verschiedenen Modi spielen und untersuchten anschließend, inwieweit die Spieler Empathie oder prosoziales Verhalten zeigten. Sie schlussfolgerten, dass Spiele, in denen eine gemeinsame Vorgehensweise notwendig ist, auch außerhalb des Spiels kooperatives Verhalten fördern.

Wir sind gespannt, was die Forschung zu diesem Thema in Zukunft in Erfahrung bringt.

Mehr zu diesem Thema könnt ihr hier lesen:

Onlinewelten: Studie – Koop-Spiele stehen angeblich in Verbindung mit weniger aggressivem Real-Life-Verhalten

FWF: Videospiele als Benimmschule? Positive Effekte von Computergames im Forschungsfokus