Why so serious?

Über 34 Millionen Deutsche spielen mittlerweile digitale Spiele, also fast jeder zweite. Dabei kommen die Spieler aus allen Altersgruppen, Bildungsschichten und Einkommensklassen. So sind laut dem Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) beispielsweise 20 Prozent der regelmäßigen Spieler über 50 Jahre alt.

Soviel ist sicher: Digitale Spiele sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen und nicht mehr nur ein Szenephänomen. Dementsprechend setzen Entwickler auf immer neue Spielformen, um die verschiedene Spielinteressen ansprechen.

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Ein Beispiel für die immer größer werdende Vielfalt sind Serious Games. Serious Games sind Spiele, die nicht primär oder ausschließlich der Unterhaltung dienen. Sie vermitteln Informationen und Wissen in einer interaktiven und unterhaltsamen Verpackung. Der Mensch lernt leichter und lang anhaltender durch das Anwenden von Wissen. Durch die Zusammenführung von verschiedenen Themengebieten kann der Spieler umfassende, themenübergreifende Erfahrungen machen. Unterstützt wird der Lerneffekt durch den Spaß am Spiel. Der Spieler ist sich der Wissensvermittlung nicht einmal unbedingt bewusst – er lernt also passiv durch aktives Handeln.

Ein erfolgreiches Beispiel für ein Serious Game ist das Projekt Foldit. Auf der Plattform wurde die Proteinstruktur eines Aids-Virus entschlüsselt. Die Teilnehmer des „Online-Puzzles“ brauchten nur zehn Tage für ein Problem, an dem die Wissenschaftler vorher 15 Jahre erfolglos geforscht hatten.

Dr. Maximilian Schenk vom BIU sprach auf der gamescom 2014 mit dem Sender Phoenix unter anderem über Serious Games.