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Akihabara – Das elektrisierte Tokyo

Otakus, Maid Cafés, Cosplay Restaurants – Tokyos Akihabara gilt als Mekka der Videospiele und Mangas. Dabei ist der elektronische Stadtteil nicht nur Ursprung japanischer Subkultur, sondern auch beliebter Touristenmagnet.

Bild: Akihabara Car-free Zone by heiwa4126, http://bit.ly/16Ot9FZ
Bild: Akihabara Car-free Zone by heiwa4126, http://bit.ly/16Ot9FZ

Das Tokyo der 40er Jahre – In den von der US-Armee besetzten Gassen, rund um den ehemaligen „Akiba-Schrein“ (heute Akihabara), entsteht ein Schwarzmarkt für amerikanische Waren. Angefangen von Radiogeräten bis hin zu Sprachcomputern, bieten viele kleine Läden und Stände immer mehr elektronische Haushaltsgegenstände an. Trotz illegalem Handel entwickelt sich der Stadtteil schnell zum Ort für fortschrittliche Produkte und schließlich zum elektronischen Zentrum der Stadt – so verdiente er sich schnell den Spitznamen „Electric town“.

Heute ist Akihabara, kurz Akiba, eine einzig große Sehenswürdigkeit. Das Zentrum der Anime- und Manga-Szene ist längst nicht nur Spieler-Paradies, sondern auch Herz des japanischen Elektrohandels.

Der Slogan des Stadtteils „In Akihabara werden alle Wünsche wahr” könnte nicht passender sein – von Spielkonsolen über neueste PC-Hardware und Smartphones bis hin zu Spezialgeräten aus dem Bereich Elektrozubehör, finden Anime- und Retro-Fans und Technik-Freaks alles was das Herz begehrt. Neben einer blinkenden und lauten Auswahl elektronischer Produkte und zahlloser Second-Hand-Geschäfte finden sich Shops wie das „Tokyo Anime Center“ oder das neunstöckige „Yodobashi Camera“, die sich gänzlich der japanischen Pop-Kultur verschrieben haben.

In „Tokyos größter Glühbirne“ kommen dabei insbesondere japanische „Otakus“ auf ihre Kosten –Manga-Fans, die in der virtuellen Welt unterwegs sind und viel Zeit und Geld in ihre Anime-Leidenschaft stecken. Hier findet eine neue Generation mit facettenreicher Jugendkultur ein Zuhause.

Ein beliebter Anlaufpunkt in Akihabara: die vielen einzigartigen „Cosplay-Cafés“. In diesen spielerischen Cafés werden die Kunden von jungen Kellnerinnen bedient, die durch Kostüm und Verhalten einen fiktiven Anime-Charakter darstellen. Am bekanntesten sind dabei die „Maid Cafés“, die ihren Ursprung 2001 in Akihabara selbst haben. Zu erkennen sind diese Cafés am niedlichen Dienstmädchen-Look der Kellnerinnen. Dank des inszenierten Rollenspiels wird der Kunde hier zum „Gebieter“. Er bekommt seinen Kaffee auf Knien serviert und mit „Willkommen Zuhause“ begrüßt. Ein gewöhnungsbedürftiges Gastronomiekonzept, das sich jedoch auch bei „Nicht-Nerds“ hoher Beliebtheit erfreut. Eine hohe Nachfrage in Ländern wie China, Taiwan oder Frankreich gibt es bereits jetzt.

Doch das „Epizentrum der Popkultur“ ist längst nicht nur für seine einzigartigen „Cosplay-Einrichtungen“ bekannt. Weit über die Landesgrenzen hinaus wird hier das Bild von Japan bestimmt. Neben der Geburt der ersten Tamagochis und Gameboys repräsentiert der Stadtteil vor allem Lifestyle, Wunschbild und Schwerelosigkeit der japanischen Gesellschaft – eine „Parallelwelt“ in der es keine Einschränkungen und unterdrückte Fantasien gibt. Etwas, was eben nicht nur Otakus gut gefällt.