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I don’t want to build a game. I want to build a universe!

Bild: Thomas Galvez, http://bit.ly/1ark3jZ
Bild: Thomas Galvez, http://bit.ly/1ark3jZ

Computer- und Videospiele zählen zu den kostenintensivsten Produktionen der Entertainment-Branche. Sie bewegen sich mittlerweile in der Größenordnung erfolgreicher Hollywood-Filme. Wie schaffen es also unabhängige Entwickler mit ihren Ideen auf dem Markt?

In Ländern wie Kanada wird eine umfassende Standortpolitik für die Spieleindustrie betrieben. Im Vergleich dazu steht in Deutschland nur eine begrenzte Anzahl an Förderinstrumenten, die auf die Entwicklung von Computer- und Videospielen zugeschnitten sind, zur Verfügung.

Vor diesem Hintergrund hat sich jedoch auch in Deutschland eine neue Investment-Kultur entwickelt. Angel Investoren, Risikokapitalgeber und Publisher gehören dabei bereits zu den etablierten Geldgebern. Eine weitere Form sind Inkubatoren wie beispielsweise das von Xing-Gründer Lars Hinrichs vor etwa fünf Jahren gegründete Pre-Seed Investment Unternehmen HackFwd. HackFwd hatte es sich als eines der ersten Unternehmen Deutschlands zur Aufgabe gemacht, Europas passionierteste Geeks mit ihren Tech-Ideen zu fördern. Zum Portfolio zählten unter anderem das Browser- und Social-Multiplayer-Spiel TankWars, das 3D Sci-fi Browser-Spiel Starforce Delta (ehem. Delta Strike) und das 3D Mobile Game Equilibrium. Hinrichs hat HackFwd mittlerweile aufgegeben, doch eine Erkenntnis ist geblieben: „Geeks Can Be CEOs.“

Immer beliebter – auch für die Finanzierung von Spieleprojekten – wird Crowdfunding. Dabei wird die Finanzierung durch potenzielle Käufer getragen. Die größte Crowdfunding-Plattform ist Kickstarter. Innerhalb eines vom Projektersteller festgesetzten Zeitraums muss eine Mindestsumme erreicht werden. Kickstarter erhebt eine Vermittlungsprovision in Höhe von 5 % der erreichten Summe, jedoch keine Besitzansprüche auf die Projekte und ihre Produkte.

Den Start für diesen Trend machte in 2012 das PC-Spiel „Adventure Broken Age“ von Kult-Designer Tim Schafer (Monkey Island) auf Kickstarter. Nachdem dieses fast vier Millionen Dollar einnahm, begannen zahlreiche Studios mit Crowdfunding zu experimentieren.

Das zu 100% Crowdfunding-finanzierte Weltraum-Simulationsspiel „STAR CITIZENS“ konnte durch eine Kickstarter-Kampagne über 40 Millionen Dollar einsammeln. Über 405.000 Spender haben hierzu beigetragen. Getreu dem Motto “I don’t want to build a game. I want to build a universe”, möchte Spieldesigner Chris Roberts seinen Unterstützern das Eintauchen in ein „Science-Fiction-Universum“ ermöglichen. Sie können dabei jeden einzelnen Entwicklungsschritt des Spiels mitverfolgen und für ihr „Funding“ mit entsprechenden Features und Leveln belohnt werden. Bis zur Fertigstellung des Spiels Anfang 2016 kann nun auf der offiziellen Webseite weiter „gespendet“ werden.

Neben Kickstarter gibt es weitere Crowdfunding-Plattformen wie crowdfunder oder indiegogo. Darüber hinaus gibt es aber mittlerweile auch Gaming-spezifische Plattformen wie Gamesplanet Lab und Gambitious.

Auch der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) bietet mit BIU.Dev und BIU.Net zwei Netzwerkplattformen an, deren Ziel es ist, alle Teilnehmer der deutschen Computer- und Videospiel-Branche untereinander besser zu vernetzen und den Austausch aller Akteure zu fördern. Eine Leistung ist dabei die Kontaktvermittlung und das Matchmaking im Bereich Business Development und Investments.

Lohnenswert sind auch die von Microsoft veranstalteten TechCamps: Gaming. Bei diesen Veranstaltungen teilen unterschiedliche Spieleentwickler aus Deutschland ihre Erfahrungen. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmer einen Einblick in technische Themen und wertvolle Informationen zu möglichen Business-Modellen. Für alle Interessierten: Das nächste TechCamp: Gaming findet am 05. Mai 2015 in Köln statt.