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„Ich kaufe im Durchschnitt zwei Spiele pro Tag“

image credit: 42 All-Time Classics, clry2, http://bit.ly/1I76aWE
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2014 sollte die weltweit größte Spielesammlung für 750.250 Dollar verkauft werden. Besitzer Michael Thomasson wollte seine mehr als 11.000 Videospiele damals über Ebay versteigern. 2.600 dieser Spiele wurden vom Eigentümer nie geöffnet und waren noch verschweißt. Kein Wunder, denn den Spielesammlern geht es längst nicht nur ums Spielen.

„Ich kaufe im Durchschnitt zwei Spiele pro Tag“, verriet Thomasson in einem Interview des Onlinemagazins „Retro“. Mehr als verständlich, dass der Hobbyspieler seine Sammlung nicht durchspielen konnte. Oder wollte er auch gar nicht? Denn gerade die originalverpackten Spiele hätten dem Guinnessbuch-Rekordhalter den größten Umsatz gebracht. Dass der Deal letztendlich platzte hatte andere Gründe.

Sammler von Konsolen und Videospielen unterscheiden sich in keiner Weise von anderen Sammlern. Es geht vielen nicht um das Spielen, sondern um das Besitzen.

Dabei sind es wohl vor allem die Erinnerungen aus der Kindheit, die viele Sammler antreibt, wieder eine Super-Nintendo-Konsole vor dem Fernseher zu platzieren. Die Retro-Gaming-Szene boomt. Das Wissen um die Rarität einiger Spiele beflügelt dabei den Ehrgeiz der Sammlergemeinde. Mithilfe diverser Shops, Fan-Webseiten (z.B. konsolenfan.de) und Online-Datenbanken wie rarityguide.com tauchen Interessierte schnell in die Sammlerszene ein. Dort werden Waren verglichen, überprüft, praktisches Wissen zu Titeln, Preisen und Seltenheitsgraden ausgetauscht. Mittlerweile gehören auch Restauration und Reinigung zum „Sammler-Latein“. So werden Tipps und Strategien ausgetauscht, die helfen, den eigenen Spielbestand optimal zu pflegen.

Das Internet ist mittlerweile voll von virtuellen Heimcomputer-Museen oder Commodore-64-Spielelisten. Da die Zahl der Spielesammler immer größer wird, steigt folglich auch die Nachfrage nach bestimmten Spielen. Das erfordert nicht nur einen gekonnten Blick und ein gutes Recherchegespür, sondern letztendlich auch eine Menge Geld. Dazu kommt, dass Ebay & Co den Markt transparenter machen: Das Wissen um die begehrtesten Konsolen treibt wiederrum die Preise in die Höhe. So erzielte 2010 das Videospiel „Stadium Events“ (Bandai) von 1987 in originalverpackter NTSC-Version bei einer Auktion einen Rekordpreis von sage und schreibe 41.300 US-Dollar.

Doch letztendlich ist es weniger der finanzielle Wert der Sammlung, sondern vielmehr das lustvolle Stöbern und Mustern von Angeboten, welches das Sammlerherz höher schlagen lässt. Es ist das „Glücksgefühl des Entdeckens“ – die Jagd nach dem ganz persönlichen Lieblingsstück.