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Großes Kino: Was war, was ist und was noch kommt

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Mit Resident Evil 6: The Final Chapter ist hat es wieder einmal ein Videospieltitel in die Kinos geschafft – und man findet sie immer häufiger in den Kinos.

Videospiel-Kenner haben dabei gegenüber Unwissenden einiges voraus: sie kennen die Story, das Gameplay, die Charaktere, die Orte. Während Nicht-Kenner ohne große Erwartungshaltung ins Kinogehen, könnte man beinahe meinen, dass Fans bereits einen gewissen Stresslevel aufgebaut haben. Sie erwarten, dass der Film das Gefühl des Videospiels wiedergibt. Was sind also die Kriterien für eine erfolgreiche Videospielverfilmung? Für Fans ist es beispielsweise ein großer Fauxpas, wenn Videospielverfilmungen von der Handlung des Videospiels abweichen. Einige Film-Regisseure schreiben ganze Handlungen um oder verändern Charaktere in Aussehen, Verhalten oder Fähigkeiten, lassen Details außer Acht oder erwähnen wichtige Geschehnisse aus dem Spiel gar nicht erst. „Lieber nicht zu viel erwarten, dann ist die Enttäuschung nicht so groß“, hört man daher öfter bei Fans.

Misst man den Erfolg der Verfilmungen an den Einspielergebnissen weltweit, dann scheint Blizzard Entertainment mit „Warcraft: The Beginning“ alles richtig gemacht zu haben. Die Verfilmung orientiert sich so gut es geht an den Geschehnissen und Hintergründen des MMORPG World of Warcraft. Die Fans danken es Blizzard: Mit 460 Millionen US-Dollar Einnahmen weltweit ist er auf Platz eins der erfolgreichsten Videospielverfilmungen aller Zeiten. Dahinter kommen wütende Vögel angeflogen – „The Angry Birds Movie“ aus dem Hause Rovio schafft es mit knapp 350 Millionen US-Dollarderzeit auf Platz zwei. Einst Spitzenreiter, nun auf Platz drei, spielte „Prince of Persia: The Sands of time“ von Publisher und Developer Ubisoft 335 Millionen US-Dollar weltweit ein.

Warcraft

Seitdem es Videospiele gibt, gibt es auch dazugehörige Verfilmungen. In Japan wurden Videospiele vorzugsweise animiert verfilmt. Mit „Super Mario Bros.: Peach-Hime Kyushutsu Dai Sakusen!“ wurden Marios und Luigis erstes Abenteuer im Mushroom Kingdom einem größeren Publikum auf VHS-Kassetten angeboten – das war 1986. 1994 kamen mit „Fatal Fury: The Motion Picture“ und „Street Fighter II: The Animated Movie“ animierte Filme zu den beliebten Beat-em-Ups auf VHS in den Handel. Im Gegensatz zu den neu-modernen Live-Action-Verfilmungen benötigen die animierten Filme auch heute noch deutlich weniger Budget und orientieren sich sehr stark an den Vorlagen. Die erste Live-Action-Verfilmung eines Videospiels dürfen wir dagegen Hollywood verdanken. Im Jahr 1993 schaffte es unsere Lieblings-Klempner mit ihrem eigenen Film „Super Mario Bros.“ weltweit in die Kinos. Leider floppte der Film grandios (20 Millionen US-Dollar Einnahmen, 48 Millionen US-Dollar Budget), was wahrscheinlich nicht zuletzt der eher düsteren Atmosphäre des Films und seiner merkwürdigen Interpretation der Vorlage geschuldet war (Riesenechsen in schwarzen Mänteln und Uniformen???).

Dieses Jahr steht erstmal kein weiterer Videospiel-Titel in den Kino-Startlöchern. Erst 2018 kommt mit „Tomb Raider“ ein Reboot in die Kinos. Zuvor spielte Angelina Jolie die schießwütige Forscherin in „Lara Croft: Tom Raider“ (2001) und in „Lara Croft Tomb Raider: The Cradle of Life“ (2003). Außerdem wird es einen Film zum Automaten-Klassiker „Rampage“ zu sehen geben und auch das erfolgreichste Videospiel aller Zeiten steht auf dem Programm: „Minecraft: The Movie“.

Nimmt man „Warcraft: The Beginning“ und „Assassin’s Creed“ also als Vorbild für zukünftige Verfilmungen, hieße es für Regisseure, der Vorlage treu zu bleiben und den Fans das zu bieten, was sie erwarten: einen Film der das Spielgefühl einfängt, die Handlungen aufgreift und Charaktere logisch in die Geschichte einbindet. Ob dieser Trend Fuß fassen wird, bleibt ein weiteres Jahr abzuwarten.